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Unser geliebter Oskar

Als ich dich aus der Nähe von Hildesheim abholte, hatte ich mich schon in dich verguckt. Ich verstand damals nicht, warum du verschenkt wurdest. Du warst doch erst 6 Jahre alt  und hattest noch ein langes Leben vor dir. Außerdem hast du aufs Wort gehorcht und liebtest fast jeden Menschen. Schnell stellte ich fest, dass du ein ganz Lieber warst. Bellen war nicht dein Fall. Du warst schon 2 Wochen bei mir und hattest noch nicht einmal gebellt.

Immer warst du freundlich. Das einzige was du nicht mochtest, waren andere Hunde. Du brauchtest lange um dich an andere Hunde zu gewöhnen. Nach einem Jahr bekamst du einen Abzess im Gesicht und musstest operiert werden. Erst da erfuhr ich, dass du schwer herzkrank warst. Aber das Geld habe ich gerne für dich ausgegeben. Schon damals hast du mir sehr viel Freude gemacht und mich zum Lachen gebracht. Du hast versucht Enten zu jagen, obwohl du angeleint warst. Du sprangst in den Maschsee und wolltest hinter den Enten her. Die Enten schwammen ca. 10 cm vor deiner Nase her und es sah aus als ob dich diese Enten auslachen wollten. Als du 9 Jahre alt warst, habe ich dir einen Kumpel geholt. Sam hat dir das Spielen beigebracht, was du vorher nie gemacht hast. Ich denke auch, dass du ohne ihn nicht so lange gelebt hättest. Die ersten 3 Monate mochtest du diesen Kleinen, den ich dir ausgesucht hatte, nicht. Du hast ihn teilweise schlimm zugerichtet. Aber irgendwann hattest du es begriffen, dass Sam dein Freund sein sollte und du fingst an mit ihm zu spielen. Es war eine Freude euch beiden zuzusehen wie ihr gespielt habt. Irgendwann wurdest du langsam aber sicher durch grauen Star blind und Sam ersetzte dir die Augen. Er versuchte dich auch vor anderen Hunden zu beschützen und ließ keine Hunde mehr zu nahe an dich ran. Nur wenn er wusste dieser Hund würde dir nichts tun, ließ er ihn an dich heran. In den ganzen Jahren warst du mir eine unschätzbare Hilfe. Durch dich habe ich soviel Liebe bekommen, wie sie einfach unbezahlbar ist. Du  hast vor mir gemerkt, wenn es mir schlecht ging. Du hast die schlimmste Zeit meiner Schmerzen gelindert und mir durch dein Wesen geholfen. Wenn ich traurig war hast du versucht mich von meiner Trauer abzulenken und es auch meist geschafft.

Letztes Jahr wurdest du noch kranker. Zu deinem Herzfehler gesellte sich auch noch ein Schilddrüsenunterfunktion und du verlorst einen  Großteil deines Fells. Du bekamst dann
auch noch eine Arthrose und hattest dadurch starke Schmerzen. Du hast manche Nacht gejammert und uns taten deine Schmerzen auch weh. Du hast auch sehr viel abgenommen. Statt der für dich üblichen 13 Kilogramm, wogst du nur noch 7 und du sahst sehr krank aus. An uns lag es nicht, dass du dich noch so lange gequält hast. Wir hätten dir diene Qualen gern verkürzt und uns war klar, dass du dieses Jahr nicht mehr überleben würdest. Ich bin mit dir allein zum Tierarzt gefahren und habe dich den größten Teil des Weges getragen. Du konntest noch nicht einmal mehr richtig laufen und hast mich mit deinen blinden Augen versucht anzusehen.

Ich hatte dir versprochen, dich niemals mehr allein zu lassen. Du solltest dich nie mehr an einen neuen Besitzer gewöhnen müssen und du hast es mir mit einem, trotz deiner

Krankheiten, langem Leben gedankt.

Wir vermissen dich sehr.

Sam