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Hier schreibe ich Erinnerungen auf, die durch Flashbacks bei mir neu aufgetaucht sind. Sie haben zum grössten Teil mit massiven Grenzüberschreitungen Erwachsener zu tun. Ich schreibe diese Erinnerungen mit dem Datum der Neuerscheinung auf.
September 2004:
Ein Bekannter und ich, er ca. 5 Jahre alt, ich ca. 3 Jahre, machen so genannte Doktorspiele. Wir denken uns nichts dabei, sind eben kleine, neugierige Kinder. Erwachsene entdecken uns dabei und machen eine riesigen Aufstand. Selbst nach über 40 Jahren bin ich wütend über diese Grenzüberschreitung der Erwachsenen.
3. November 2004
45 Jahre lief ich der Liebe meines Erzeugers hinterher. Heute weiss ich, dass ich diese Liebe nie bekommen werde. Er ist nicht fähig seine Kinder zu lieben, wie es ihnen zusteht.
10. November 2004
Immer noch versuche ich meine Mutter zu beschützen vor meinem Erzeuger und wenn es nur durch verschweigen des Missbrauchs ist.
Februar. 2005
Bin das erste Mal aus einem Alptraum erwacht und weiss trotzdem, dass es nicht nur ein Traum ist. Alle Gefühle und Gedanken von damals sind wieder da. Genau wie in dem Moment, als ich das alles erlebt habe. Damals war ich 11 Jahre alt. Ich bin auf der Terrasse eines Kioskes im Stadtwald. Mehrere Männer missbrauchen mich. Mein ‘Vater’ kommt dort hin und sieht mich. Ich habe in dem Moment die Hoffnung, dass er mir irgendwie aus dieser Situation heraus hilft. Dann muss ich erleben wie er einfach weggeht und mich dort mit meinen Peinigern allein lässt. Ich kann es in dem Moment nicht fassen! Er lässt sein Kind allein!
Ich stürze in ein Gefühlschaos ohne gleichen. Hoffnung zuerst, dann Verzweiflung, Unglaube, Angst, Hoffnungslosigkeit und tiefste Trauer. Ich erfuhr dann auch von meiner Mutter wie er ihr die Geschichte erzählt hat. Und nichts, aber auch rein gar nichts war wahr an dem was er erzählte. Ganz im Gegenteil. Mit dieser Geschichte schaffte er die Grundlage für seine eigenen perversen Spielchen an mir. Noch heute kann ich das alles nicht begreifen und werde es wohl auch nie begreifen.
Anmerkung zu dieser Erinnerung:
Im Juni habe ich endlich meiner Mutter sagen können, was mein Erzeuger mir angetan hat. Da ich nicht lügen wollte und meine Mutter mich fragte, ob mein Erzeuger sich an mir vergangen hat, konnte ich endlich die wahre Geschichte erzählen. Für meine Mutter war es ein Schock. Für mich aber eine Erleichterung. Endlich nicht mehr schweigen! Gleichzeitig bedeutet es aber auch: 2 Jahre Rückschritt. Wieder im Schlaf um mich schlagen, wieder gerädert aufwachen.
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